Peter Graf Yorck von Wartenburg wurde am 13. November 1904 in Schleibnitz (Schlesien) geboren. Er stammte aus einer alten preußischen Adelsfamilie, in der Verantwortung, Bildung und Gerechtigkeit sehr wichtig waren. Nach seinem Jurastudium arbeitete er als Beamter im Reichswirtschaftsministerium.
Schon früh lehnte er die brutale Politik der Nationalsozialisten ab, weil er sie als unmenschlich empfand.
DER WIDERSTAND GEGEN DEN NS-STAAT
Peter Graf Yorck von Wartenburg war eine der wichtigsten Figuren im sogenannten Kreisauer Kreis, einer Gruppe von Männern und Frauen, die sich heimlich trafen, um über ein neues, gerechtes Deutschland nachzudenken- nach dem Ende des NS-Regimes. Gemeinsam mit anderen, zum Beispiel Helmut James Graf von Moltke, arbeitete er an Plänen für eine demokratische Zukunft. Er war auch an den Vorbereitungen des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt. Ziel war es, Hitler zu töten und eine neue Regierung zu bilden, die Frieden bringt. Obwohl Yorck nicht direkt an dem Anschlag beteiligt war, gehörte er zu den Mitwissern und Unterstützern. Nach dem Scheitern des Attentats wurde er verhaftet und vom Volksgerichtshof unter dem berüchtigten Richter Roland Freisler zum Tode verurteilt.
Am 8. August 1944 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Sein Mut und seine Haltung machten ihn zu einem Symbol für Zivilcourage und Menschlichkeit.
VERBINDUNG ZU HEUTE – GESCHICHTE IN DER FAMILIE
Spannend ist, dass eine Schülerin aus der Mittelstufe unserer Schule mit Peter Graf Yorck von Wartenburg verwandt ist. Das zeigt, dass Geschichte nicht nur in Büchern vorkommt, sondern bis in unsere Gegenwart hineinreicht. Sogar bis in unsere Schule! Sie hat sich bereiterklärt ein Interview zu geben, möchte jedoch aus persönlichen Gründen anonym bleiben.
INTERVIEW
1. Wie hast du herausgefunden, dass du mit Peter Graf Yorck von Wartenburg verwandt bist?
Ich wusste das schon seit längerem, aber vor kurzem habe ich mit meiner Mutter nochmal darüber gesprochen, weil sie mitbekommen hat, dass eine Klasse aus meiner Jahrgangsstufe einen Ausflug zum Thema “Widerstand” gemacht hat.
2. Was bedeutet es für dich, mit jemandem, der im Widerstand gegen Hitler war, verwandt zu sein?
Ich finde es gut, dass sich jemand gegen den Nationalsozialsozialismus gewehrt hat, und ich fühle mich geehrt, dass so jemand zu meiner Familie gehörte.
3. Was findest du an seiner Geschichte besonders beeindruckend?
Dass sie, obwohl sie wussten, dass es schlecht für sie ausgehen könnte, es trotzdem versucht haben! Einfach auch wenn es nicht klappt, ein Zeichen gesetzt zu haben.
von Isabell Nikolai
