Stiehlt KI unsere Zukunft?
Schon vor über 100 Jahren spekulierten und schrieben die Menschen über Maschinen, die eines Tages eine eigene Intelligenz besitzen könnten.
1872 zum Beispiel schrieb der Science-Fiction-Autor Samuel Butler einen Roman mit dem Namen „Erewhon“. In dem beschreibt er ein fiktives Land, in dem sich die Menschen vor Maschinen fürchten, da sie ein Bewusstsein entwickeln und die Menschheit als dominierende Spezies ablösen könnten.
Damals war die Technologie aber noch nicht so fortgeschritten, weshalb die Idee, dass Maschinen eine eigene Intelligenz besitzen, als eher unrealistisch galt.
Heutzutage begleitet uns Künstliche Intelligenz (kurz: KI) im Alltag. Bekannte Suchmaschinen wie Google oder beliebte Social Media Plattformen wie WhatsApp und auch Snapchat besitzen eingebaute KIs.
Im November 2022 wurde dann der wohl bekannteste Chatbot veröffentlicht: ChatGPT.
KI (auf Englisch: Artificial Intelligence, kurz: AI) wird alltäglich – ob nun bewusst oder auch unbewusst – genutzt, wie zum Beispiel beim Tippen auf dem Handy (Autokorrektur, Vorschläge und Emojis werden von KI gesteuert). Viele Jugendliche und junge Erwachsene reden lieber mit Chatbots über ihre Probleme, anstatt sich professionelle Hilfe zu suchen oder zum Arzt zu gehen, da wir sofort eine Antwort von der KI bekommen oder es sich „anonym“ und weniger peinlich anfühlt. Laut Botpress speichert ChatGPT viele unserer Daten, darunter alle Eingaben, Fragen und Anfragen – aber auch unsere Kontoinformationen (z.B: Name, E-Mail und Kontaktdaten).
ChatGPT gibt unsere Daten zwar nicht ohne Zustimmung weiter oder verkauft sie, aber die KI-Trainer von OpenAI (OpenAI entwickelt KIs wie ChatGPT) dürfen ChatGPT-Unterhaltungen zum Trainieren der Modelle benutzen, dem man allerdings widersprechen kann.
In der Schule wird KI sehr oft als „kleine Hilfestellung“ benutzt, also zum Lernen, Hausaufgaben Machen oder als Unterstützung in dem einen oder anderem Test. Wobei man aber vorsichtig sein muss, da KI-Chatbots viele Fehler machen, manchmal kleine, manchmal große. Sie sind nicht perfekt und benötigen weiterhin menschliche Aufsicht. Sie sind nicht selbständig.
Die Digitalisierung beeinflusst die Arbeitswelt bereits seit Jahrzehnten, indem sie Arbeitsplätze ersetzt.
Die wohl durch KI bedrohtesten Berufe sind: Historiker_innen Schriftsteller_innen, Programmierer_innen, Übersetzer_innen und Buchhalter_innen. Taxi- und LKW-Fahrer_innen können durch selbstfahrende Autos ersetzt werden. Auch Journalist_innen oder Assistent_innen könnten in der Zukunft ersetzt werden.
Im Einzelhandel besteht auch die Befürchtung, dass menschliche Arbeitskräfte überflüssig werden. Viele Geschäfte führen bereits automatische Kassensysteme.
Heutzutage schauen wir oft auf unsere Handys, wir schauen uns Videos an und müssen uns oft fragen: „Ist das KI?“. NZZ Digital behauptet, dass es schon 2026 Filme mit KI-Schauspieler_innen geben soll.
Die KI-Revolution des Arbeitsmarktes betrifft vor allem Computer-Jobs, da die am einfachsten durch künstliche Intelligenz ersetzt werden können. Es mag zwar unrealistisch klingen, aber selbst ein Teil der landwirtschaftlichen Arbeiter_innen könnte in der Zukunft überflüssig sein (selbstfahrende Traktoren, Erntemaschinen und durch KI automatisch gesteuerte Bewässerungsanlagen).
Anwält_innen und Richter_innen sind vorerst wahrscheinlich nicht bedroht, aber dafür Rechtsanwaltsgehilf_innen.
Berufe, in denen die menschliche Kreativität, soziale Intelligenz und Empathie oder auch spezielles handwerkliches Geschick benötigt wird, sind eher nicht gefährdet. Dazu gehören Lehrkräfte, Therapeut_innen, Künstler_innen, Köche, Pflegekräfte, Erzieher_innen.
Bisher weiß niemand, welche Arbeitsplätze KI in Zukunft wirklich ersetzen wird. Laut Bitrix24 glauben viele Expert_innen nicht an eine Massenarbeitslosigkeit durch KI. Sie erwarten vielmehr, dass künstliche Intelligenz viele neue Arbeitsplätze schaffen wird. Auch wenn es viele Jobs nicht mehr geben wird, ist es wahrscheinlich, dass KI neue Arbeitsmöglichkeiten schafft und somit zur Lösung beiträgt.
Es wird also auch in der Zukunft viele Jobmöglichkeiten geben, die heute noch unvorstellbar sind, wie z.B. KI-Kommunikationsspezialisten (hilft, die Verständigung zwischen Mensch und KI verständlich zu gestalten und Barrieren abzubauen).
KI zerstört oder stiehlt unsere Zukunft nicht, sie verändert sie stark und bietet uns neue Jobs. Berufe, die wir heute kennen, werden verändert.
Obwohl es heutzutage eine erstaunliche Technologie gibt, werden Maschinen vorerst keine eigene Intelligenz besitzen, und sie werden nicht die Menschheit als dominierende Spezies ablösen. Sie sind nicht selbständig.
Helena
